Das ideale Arbeitsmodell – #1 Der Bürojob

Ist ein Bürojob vielleicht doch das ideale Arbeitsmodell?

Geschrieben von Jasmin Rheiner

März 18, 2020

Das Modell Bürojob kennen wir alle, denn so arbeitet ein sehr großer Anteil der (deutschsprachigen) Bevölkerung. Auch wenn man selbst vielleicht einen Laborjob hat, oder sich im Schichtmodell wiederfindet, vielleicht als Kurier oder Landschaftsgärtner tätig ist- selbst in diesem Fall bleibt man von diesem Modell nicht so richtig verschont, denn jeder hat in seinem Umfeld Menschen, die jeden Tag ins Büro müssen. 

Aber beginnen wir am Anfang. Was verstehen wir unter einem Bürojob? Nachdem man den Arbeitsvertrag unterzeichnet und ein Startdatum festgesetzt hat, beginnt der neue Tagesablauf: man verlässt das Haus, macht sich auf den Weg zur Arbeit und verbringt die Zeit im Büro, wo man den definierten Tätigkeiten nachgeht. Sobald die Stunden voll sind, geht man wieder nach Hause und lässt die Arbeit wortwörtlich hinter sich – eben auch räumlich. Und so wiederholt sich das fünf Werktage, bis das Wochenende kommt.

Vorteile beim Bürojob

Die soziale Komponente: 

Landet man in einem tollen Team, so kann man mit neuen Kollegen tolle Kontakte knüpfen. In der gemeinsamen Mittagspause eine Brezel am Kiosk holen und dabei quatschen. Zusammen Afterwork-Events besuchen und neue Leute treffen, vielleicht ein Stück des gemeinsamen Arbeitsweges miteinander fahren. Nach einem anstrengenden Meeting kann man vielsagende Blicke an der Kaffeemaschine austauschen. Am Montag Morgen kann man dem Lieblingskollegen noch eben eine Kopfschmerztablette zuschieben, wenn er verkatert aussieht. Selbst wenn man neu in die Stadt gezogen ist und noch niemanden kennt – mit tollen Kollegen findet man schnell den Anschluss. Was soziale Kontakte angeht, ist der Bürojob dem Homeoffice klar überlegen.


Alles an einem Ort:

Im Büro sind die Laufwege kurz: Mal kurz einen Kaffee holen, knapp vor dem Termin noch vom Schreibtisch in den Besprechungsraum laufen. Wenn es ein Problem gibt, einfach den IT-affinen Kollegen an den eigenen Tisch entführen.  Wenn man Arbeit zentralisiert anordnet, hat man alles in der Nähe; die Geräte, die Arbeitsmittel, die Kollegen und ggf. auch die Kunden.


Fleißigkeit steckt an:

In einem Büro merkt man schnell, dass Menschen eben doch soziale Wesen sind. Sehen alle konzentriert aus und arbeiten vor sich hin, dann ist es vergleichsweise einfach, den inneren Schweinehund zu besiegen und sich ebenfalls auf die Arbeit zu konzentrieren. 
Hat man viel Eigendisziplin ist das vielleicht kein Thema, aber viele Menschen erliegen doch schnell den zahlreichen Ablenkungen. Es gibt ja durchaus so etwas wie positiven Druck, mit dem Menschen zu sehr hohen Leistungen motiviert werden können.


Kundentermine:

Hat man direkten Kundenkontakt, hat ein Büro immer eine repräsentative Funktion. Das kann sehr wirksam sein. Der Kunde bekommt instinktiv die Atmosphäre vor Ort mit, kann vielleicht Arbeitsproben vor Ort ansehen. Außerdem ist es einfach, herausfinden, ob man auf einer Wellenlänge miteinander arbeiten kann. Und mal ehrlich: je schneller ein Kunde das weiß, desto besser. Ein Büro macht da vieles einfacher.

Nachteile beim Bürojob: 

Arbeitsweg:

Je nachdem, wie die Anbindung zwischen Wohnort und Arbeitsort aussieht, braucht man jeden Tag mehr oder weniger Zeit zum Pendeln. Ist man ungebunden und flexibel, kann es durchaus reizvoll sein, eine kleine Wohnung oder ein WG-Zimmer in der Stadt zu mieten. Vielleicht kann man mit dem Rad in ein paar Minuten zur Arbeit zu fahren. Das funktioniert aber nicht uneingeschränkt. Mit einer Familie kommen noch mehr Faktoren ins Spiel und man muss vielleicht eine längere Fahrt zur Arbeit in Kauf nehmen. Das kann richtig lästig werden. Der morgendliche Stau und der tägliche Feierabendverkehr kosten viel Zeit, die man lieber mit den wichtigen Dingen füllen möchte.

weniger Flexibilität in der Zeitgestaltung beim Bürojob:

Wer feste Arbeitszeiten hat, ist in der individuellen Alltagsgestaltung eingeschränkter. Mit Gleitzeit wird es natürlich etwas einfacher, auch mal einen frühen Kurs im Fitnessclub, einen kurzen Arzttermin oder Ähnliches unterzubringen. Trotzdem ist es eher nicht möglich, spontan noch dies und das zu erledigen, auch wenn man keine festen Termine im Kalender hat. Arbeitszeit ist eben Arbeitszeit. 

getakteter Arbeitsrhythmus:

Jeder Mensch hat eine Zeit, in der man besonders produktiv ist und eine Zeit, in der man hingegen vergleichsweise wenig fertig bringt. Das ist eine individuelle Sache, die sich nicht wirklich steuern lässt. Im Idealfall hat man das produktive Hoch natürlich in dem Zeitfenster, in dem man auch arbeitet. Ist man von Haus aus beispielsweise Nachteule, zwingt man sich einen Rhythmus auf, der einem weder liegt, noch Spaß macht. Natürlich kann man natürlich trotzdem arbeiten und Ergebnisse erzielen. Man wäre jedoch vermutlich effizienter und auch entspannter, wenn man mit dem eigenen Flow gehen könnte. Insbesondere, wenn man kreative Aufgaben hat. 

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